
| Homepage | Balintarbeit - Begründungen und Erfahrungen Mit Lesefrüchten aus Philosophie, Psychologie und Biologie Heinrich Egli, www.hchegli.ch Erweiterte Fassung des Vortrags vor der Österreichische Balint-Gesellschaft, Donau-Universität Krems, 31 Mai 2007
Liebe Kolleginnen und Kollegen Ich möchte herzlich danken für die Einladung, vor der österreichischen Balintgesellschaft einen Vortrag zu halten. Besonders danken möchte ich Herrn Dr. Edlhaimb, der einen Referenten gesucht hat mit der Frage nach der Bedeutung der Spiegelneurone für die Balintarbeit. Er hat dann als weiteres mögliches Thema Selbsterfahrung und Balintarbeit vorgeschlagen. Das sind beides Fragen, die mich sehr interessieren. Und weil ich nicht gern auf etwas verzichte, werde ich die Themen in meinem Vortrag verbinden. Ich möchte mit Untersuchungen der Wirkung von Balintgruppen beginnen, die mir bei einer Zusammenstellung empirischer Arbeiten Eindruck gemacht haben (Egli 2002). Kutter hat versucht, Beobachter zu schulen, die hinter einer Einwegscheibe Balintgruppen beobachten und das Verhalten der Teilnehmer einschätzen sollten. Die Beobachter sollten zum Beispiel die Stimmung der Teilnehmer einschätzen, oder die Fähigkeit der Teilnehmer, Voten anderer aufzunehmen. Diese Studie konnte nicht wie geplant als Vergleich der Einschätzungen zu Beginn einer Serie von Balintgruppen-Sitzungen und der Einschätzungen am Ende der Serie durchgeführt werden. Die Beobachter waren so involviert in die Fallgeschichten, dass sie oft subjektive Interpretationen gaben, statt dass sie die geforderten Beobachtungen aufgezeichnet hätten (Kutter 1979). Das zeigt zumindest die emotionale Intensität der Balintarbeit.Einige Untersuchungen der Balintarbeit haben den Giessen-Test verwendet (Beckmann 1972). Der Giessen-Test ist ein standardisiertes Persönlichkeitsinventar zur Messung von 6 Faktoren. Ein Faktor ist z.B. soziale Resonanz zwischen Polen von Selbstsicherheit und Selbstunsicherheit. Der Test kann als Selbstbeurteilung durchgeführt werden, wie eine Person sich selbst sieht. Das wäre das Selbstbild. Und der Test kann als Fremdbeurteilung durchgeführt werden, wie eine Person von einer andern Person gesehen wird. Das wäre das Fremdbild. Es kann eine Differenz zwischen dem Selbstbild und dem Fremdbild errechnet werden. Kutter hat mit dem Giessen-Test untersucht, wieweit eine Balintgruppe mit Psychologiestudenten als Empathietraining wirksam ist. Er hat Empathie definiert als:
10 Teilnehmer nahmen an 30 Balintgruppen-Sitzungen teil. Jeder Teilnehmer hatte dreimal Gelegenheit, in der Gruppe einen von ihm psychologisch betreuten Klienten vorzustellen. In jeder Sitzung füllte jeder Teilnehmer den Giessen-Test so aus, wie er annahm, dass die Person, in die er sich einfühlt, den Test ausfüllen würde. Diese Person, der Berichterstatter und der Patient, füllten den Test als Selbstbild aus. Empathie ist dann um so höher, je kleiner der Unterschied zwischen dem Fremd- und dem Selbstbild ist. Es zeigte sich, dass eine hochsignifikante Zunahme der Einfühlung über die 30 Sitzungen erfolgte (Kutter 1990). Man kann sich nun fragen, wie wir uns einfühlen können, wie wir wissen können, was andere denken. Sich vorstellen zu können, was andere denken, wird als Theory of mind bezeichnet. Es gibt verschieden Erklärungen dieser Fähigkeit. Die eine Erklärung kann man als Theory theory of mind bezeichnen. Sie nimmt an, dass wir dazu theoretisches Wissen und mentale Logik benutzen, ähnlich wie bei anderem Wissen über die Welt. Es wird z.B. angenommen, dass ein Kind dieses Wissen erwirbt, indem es wie ein Wissenschaftler Hypothesen über das Verhalten anderer aufstellt und dann je nach Erfolg verwirft oder bestätigt. Eine gegensätzliche Erklärung kann man als Simulations-Theorie bezeichnen. Sie nimmt an, dass wir uns selbst als Modell benutzen, um andere zu verstehen. In diesem Zusammenhang sind die Spiegelneurone interessant, da sie als eine biologische Grundlage der Empathie aufgefasst werden können und für die Simulationstheorie sprechen. Spiegelneurone sind 1992 erstmals beschrieben worden (Di Pellegrino 1992). Ein Makake war trainiert worden, verschiedene Gegenstände aus einer Testbox zu greifen. Bei diesem Experiment ist die Aktivität von Zellen im präfrontalen Cortex registriert worden. Zufällig ist dann entdeckt worden, dass diese Zellen nicht nur aktiviert worden sind, wenn der Affe seine Greifbewegungen gemacht hat, sondern auch, wenn der Affe gesehen hat, wie der Experimentator ähnliche Handbewegungen gemacht hat. Und das, ohne dass der Affe selbst auch sichtbare Bewegungen gemacht hätte. Spiegelneurone sind aber weniger besonders spezialisierte Zellen, sondern zeigen eher ein Konstruktionsprinzip unseres Gehirns. Unser Gedächtnis besteht nicht aus einem irgendwo lokalisierten Lagerhaus, sondern das Gedächtnis besteht aus den Spuren früherer Aktivität von neuronalen Netzwerken (Goldberg 2005). Wenn wir eine Bewegung an einem andern beobachten, dann werden die gleichen neuronalen Netzwerke aktiv, wie wenn wir selbst diese Bewegung ausführen. Wenn wir uns einen Gegenstand vorstellen, dann werden die gleichen Hirnareale aktiv, wie wenn wir diesen Gegenstand sehen. Wenn wir sehen, wie jemandem ein Schmerz zugefügt wird, dann werden die gleichen Nervenzellen aktiv, wie wenn wir selbst diesen Schmerz erleiden. Wenn wir eine Emotion bei jemandem beobachten, dann werden die gleichen Hirnareale aktiv, wie wenn wir diese Emotion spüren. Vittorio Gallese, einer der Entdecker der Spiegelneurone, hat formuliert: eine verkörperte Simulation ist die gemeinsame Grundlage von Imitation, Empathie und von der Fähigkeit, sich vorzustellen, was andere denken (Gallese 2003). Gegen die Theory theory of mind, die ja an ein Denken in Sprache gebunden ist, spricht auch die Entwicklungspsychologie. Schon 18 Stunden alte Neugeborene können Mund- und Gesichts-Bewegungen von Erwachsenen imitieren (Meltzoff 1977). Hier sehen wir dieses Verhalten bei Makaken (Gross 2006).
Drei Wochen alte menschliche Säuglinge sind fähig, einen Schnuller visuell zu erkennen, den sie vorher nur haptisch haben wahrnehmen können. Wir sind also lang vor der Entwicklung von Sprache schon fähig, aus verschiedenen Sinneswahrnehmungen eine Art abstraktes Bild zu formen (Meltzoff 1979). Vom zweiten Lebensmonat an gibt es auch eine Passung zwischen affektiven Ausdrücken von Mutter und Kind. Wir leben also vom Beginn des Lebens an in einem mit andern geteilten interpersonalen Raum. Gallese vertritt die Auffassung, dass diese Fähigkeit im Erwachsenenalter weiter besteht, und dass wir deshalb die Qualität von Sensationen und Emotionen anderer automatisch, ohne bewusste kognitive Anstrengung, dekodieren können. In einer späteren Untersuchung zu den Spiegelneuronen ist gezeigt worden, dass sie nicht nur feuern, wenn eine Handlung selbst durchgeführt wird und wenn die Handlung an andern beobachtet wird, sondern auch, wenn nur der zur Handlung gehörende Ton gehört wird (Kohler, 2002). Wir sehen hier unter A eine Seitenansicht eines Makaken-Hirns. In der Region F5 des ventralen prämotorischen Kortex sind Einzelzellen abgeleitet worden.
Bei V + S = Vision and Sound reagieren Neuron 1 bzw. 2 mit verstärkter Aktivität, wenn der Makake sieht und hört, wie der Experimentator Papier zerreisst bzw. einen Stock fallen lässt. Die Aktivität der Neurone wird mit einem Rastergramm und mit einer Messung der Spikes pro Sekunde angegeben. Bei S = Sound erfolgt eine ganz ähnliche Aktivierung, wenn der Affe nur den Ton der die Handlungen hört, die ausserhalb seines Gesichtsfeldes erfolgen. Darunter sieht man Oszillogramme der Geräusche. CS1 bzw. CS2 = Control Sound 1 bzw.2: Bei anderen Geräuschen, weissem Lärm oder Affenrufen, reagieren die Zellen nicht oder mit verminderter Aktivität.
In diesem Bild sehen wir unter A in ähnlicher Weise die Aktivierung von Neuron 3 beim Zerbrechen einer Erdnuss und dem Ergreifen einer Glocke. Die Aktivität wird mit einem Rastergramm und mit einer Messung der Spikes pro Sekunde angegeben. Bei V + S = Vision and Sound sieht der Makake, wie der Experimentator z.B. eine Erdnuss zerbricht. Bei V = Vision erfolgt eine ähnliche Aktivierung, wenn der Affe die Handlung sieht, ohne den dazu gehörenden Ton zu hören. Bei S = Sound erfolgt eine Aktivierung der Zelle, wenn der Affe nur das Geräusch der Handlung hört, die ausserhalb seines Gesichtsfeldes erfolgt. Hier sieht man auch das Oszillogramm der Geräusche. Bei M = Motor Condition erfolgt eine Aktivierung der Zelle, wenn der Affe die Handlung selbst ausführt, z.B. selbst eine Erdnuss zerbricht. Unter B sieht man die entsprechende Aktivierung nicht einer einzelnen Zelle, sondern der ganzen Population der getesteten Zellen. Mit verschiedenen Methoden hat man ein ähnliches frontotemporales Spiegel-Neuron-System auch beim Menschen nachgewiesen. Wenn nur schon das Hören des Geräuschs, das zu einer Tätigkeit gehrt, die gleichen neuronalen Netze aktiviert wie das Ausführen der Tätigkeit, dann bedeutet das auch ein Verstehen der Bedeutung des Tons. Bei Menschen wurde dieses Verstehen der Bedeutung, der Absicht z.B. mit fMRI untersucht (Iacoboni 2005).
In dieser Untersuchung sind Versuchspersonen verschiedene Videoclips gezeigt worden. Zwei Videoclips zeigen einen Kontext, entweder einen frisch gedeckten Teetisch oder einen Teetisch nach dem Essen. Zwei Videoclips zeigen eine Handlung, das Ergreifen einer Tasse. Zwei Videoclips zeigen diese Handlung, das Ergreifen einer Tasse, in einem Kontext. Das Ergreifen der Tasse im ersten Kontext bedeutet wohl, dass die gefilmte Person die Intention hat, zu trinken. Das Ergreifen der Tasse im zweiten Kontext bedeutet wohl, dass die gefilmte Person die Intention hat, aufzuräumen.
Hier sehen wir fMRI-Bilder der linken und rechten Hirnhälften mit Darstellung der verstärkten Hirnaktivität in verschiedenen Hirnregionen. Es fällt ein deutlicher Unterschied vor allem im parietalen Bereich auf zwischen den Aktivitätsmustern, wenn ein Greifen beobachtet wird, oder wenn nur ein Kontext ohne Greifen beobachtet wird. Auch bei Betrachtung nur des Kontextes ist die Aktivität im präfrontalen Cortex erhöht, weil im Kontext greifbare Objekte gesehen werden.
Hier sehen wir eine Berechnung der Unterschiede zwischen Aktivitätsmustern. In der oberen Reihe sehen wir, dass rechts im inferioren frontalen Gyrus eine stärkere Aktivität erfolgt, wenn das Greifen eine Bedeutung hat, das Trinken oder das Aufräumen, als wenn nur das Greifen beobachtet wird. Das ist ein Bereich, von dem bekannt ist, dass er Spiegelneuron-Eigenschaften hat. Diese Spiegelneurone reagieren also nicht nur eine Handlung, das Greifen, sondern auch auf die Bedeutung der Handlung, auf die Intention beim Greifen. In der untern Reihe besteht der Unterschied vor allem in der vermehrten Aktivierung von Neuronen, die zusammenhängen mit Greifen, mit Bewegung. Es besteht aber auch eine vermehrte Aktivität des gleichen Bereichs der Spiegelneurone rechts frontal. Die Aktivierung dieses Bereichs beim Vergleich von Greifen im Kontext und Greifen ohne Kontext kann also nicht verursacht sein durch die Gegenstände in den Videoclips, die beim unteren Vergleich ja gleich sind.
Hier sehen wir einen weiteren Hinweis, dass die Aktivität im Bereich der Spiegelneurone im inferioren frontalen Cortex die Intention, die geplante Handlung spiegelt. Bei der Betrachtung des Greifens, das als Trinken aufgefasst wird, gibt es eine deutlich stärkere Aktivierung der Spiegelneurone, als beim Greifen, das als Aufräumen aufgefasst wird, oder beim blossen Greifen. Spiegelneurone reagieren also nicht nur auf das was" einer Handlung, sondern auch auf das warum" der Handlung, und damit auf die Handlung, die erwartungsgemäss folgen wird. Das Verstehen der Intentionen des Gegenübers ist ein wichtiger Bestandteil der Empathie. Ein anderer Aspekt der Empathie ist die emotionale Qualität (Carr 2003).
In einer Untersuchung wieder mit fMRI an Menschen wurde dieser emotionale Anteil untersucht. Versuchspersonen sahen auf einem Fernsehschirm während jeweils 6 sec ein ganzes Gesicht oder nur den Augenbereich oder nur den Mundbereich. Die Gesichter drücken verschiedene Emotionen aus, glücklich, traurig oder wütend usw. Die Versuchspersonen waren aufgefordert, den Ausdruck der Gesichter zu imitieren (Imitation) oder nur zu betrachten (Observation). Im primären motorischen Cortex M1, der Region für die Mundbewegungen, ist die Aktivität vor allem bei der Imitation verstärkt. Im prämotorischen Cortex PMC, wo Spiegelneurone nachgewiesen worden sind, ist die Aktivität auch bei Betrachtung deutlich verstärkt.
Hier sehen wir die Lokalisation dieser verstärkten Aktivität
Imitation bzw. Betrachtung emotionaler Gesichtsausdrücke Und hier sehen wir noch die verstärkte Aktivität in der rechten Amygdala bei Imitation gegenüber nur Betrachtung der emotionalen Gesichtsausdrücke. Die Amygdala ist eine wichtige Struktur bei emotionalem Verhalten. Das spricht also für die emotionale Qualität der verstärkten Aktivität. Zusammengenommen deuten die Autoren ihre Untersuchung als Bestätigung für eine Simulationshypothese: Wir verstehen die Gefühle anderer, indem unsere empathische Resonanz im Erleben unseres handelnden Körpers gründet und in den Emotionen, die mit spezifischen Bewegungen verbunden sind. Empathie im Sinne von Mitfühlen von Schmerz konnte untersucht werden anlässlich von Cingulotomien zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen (Hutchison 1999). In d sehen wir den vorderen cingulären Cortex, wo Neurone von wachen Menschen mit Mikroelektroden abgeleitet worden sind. Bei a ist ein Kältereiz auf die Handfläche des Patienten gesetzt worden. Oben sieht man die Temperatur des Instruments. Bei b wird wiederholt ein Wärmereiz gesetzt. Oben sieht man die Temperatur des Reizes. Nur bei den als schmerzhaft empfundenen Temperaturen von 48 und mehr Grad erfolgt ein Feuern der Neurone. Bei c sieht man oben die Stärke von Nadelstichen. Bei Watching" werden die Nadelstiche dem Finger des Experimentators zugefügt, bei Receiving" wird die Versuchsperson gestochen. Das waren jetzt viele empirische Untersuchungen, die jede für sich vielleicht nicht so eindrucksvoll sind. Im Ganzen und mit vielen andern Untersuchungen mit ähnlichen Resultaten ergeben sie aber doch ein deutliches Bild: Es gibt eine biologische Grundlage der Empathie. Man kann sich nun fragen, wie gross die Bedeutung dieser biologischen Grundlage ist. Schädigungen und Entwicklungsstörungen der frontotemporalen Hirnareale, dieser biologischen Grundlage, geben einen Hinweis darauf (Rankin 2006).
Hier sehen wir eine Messung der Empathiefähigkeit im Sinn der Fähigkeit, den emotionalen Zustand eines andern zu erkennen. NC sind normale Kontrollen, FTD und SeDe sind Varianten der frontotemporalen lobären Degeneration. Das ist eine neurodegenerative Erkrankung dieser Areale. Nach ursprünglich normaler sozialer Entwicklung ist bei dieser Erkrankung der Verlust der Empathiefähigkeit ein frühes und zentrales Symptom. Es ist deutlich, dass andere Demenzformen wie Alzheimer-Demenz AD, die Corticobasale Degeneration CB und die Progressive supranukleäre Lähmung PSP weniger zu einem Verlust von Empathie führen.
Hier die gleichen diagnostischen Gruppen bei einer Messung der Empathie im Sinne der Tendenz, sich spontan die kognitive Perspektive einer anderen Person vorzustellen.
Das ist eine Serie axialer Schnitte. Das Bild ist entstanden durch Superposition aller Ergebnisse. Wir sehen die Regionen, in denen die Empathie-Messung mit der Dichte der grauen Rinde korreliert. Wir sehen die hohen Korrelationen rechts frontotemporal.
Hier ein ähnliches Bild. In A Korrelation zwischen der Fähigkeit, den emotionalen Zustand eines andern zu erkennen, mit der Dichte der grauen Rinde. In B die Korrelation zwischen der Tendenz, sich spontan die kognitive Perspektive einer anderen Person vorzustellen und der Dichte der grauen Rinde. Die Empathiefähigkeit ist also um so stärker gestört, je mehr das Volumen der grauen Rinde inferior frontal und anterior temporal vermindert ist. Eine ähnliche Verminderung der Dicke der grauen Rinde findet sich auch bei einer neuronalen Entwicklungsstörung, dem Autismus (Hadjikhani 2006).
Hier wurde die Dicke der grauen Rinde bei Autismus-Patienten mit normaler Intelligenz mit normalen Kontrollen verglichen. Wir sehen die linke und die rechte Hirnhälfte von lateral und medial und dann die beiden Hirnhälften von ventral, also die rechte Hemisphäre links. Die Dicke der grauen Rinde ist vermindert im Bereich des Spiegel-Neuronen-Systems inferior-frontal rechts, und auch in andern Bereichen, die für soziale Kognition wichtig sind, z.B. inferior-occipital für die Wahrnehmung von Gesichtern. Die Dicke der grauen Rinde im Bereich des Spiegel-Neuronen-Systems korreliert nicht mit dem IQ. Die Dicke der grauen Rinde im Bereich des Spiegel-Neuronen-Systems korreliert aber mit der Schwere der Autismus-Symptomatik. Mangel an Empathie ist ein wichtiges Symptom des Autismus. Autistische Personen mit normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz können uns Angaben machen über ihr Erleben. Wir erhalten so eine Vorstellung, wie sich eine Unterfunktion des Spiegelneuronensystems auf das Erleben auswirkt. Frau Prof. Dr. Temple Grandin hat im Gespräch mit Oliver Sacks eindrücklich berichtet, wie sie gelernt hat, andere Personen zu verstehen (Sacks 1995). Als sie jung war konnte sie kaum die einfachsten Emotionen anderer deuten. Sie hat sich über die Jahre gewissermassen eine Bibliothek von Erfahrungen angeeignet. Die Erfahrungen sind wie Videotapes, wie sich Leute in bestimmten Situationen verhalten. Mit Hilfe ihrer Videotapes konnte sie mit der Zeit solche Emotionen dekodieren. Sie bezeichnet das als strikt logischen Prozess, ohne die Emotion zu fühlen. Sie beschreibt also, dass sie sich mit einer Theory theory of mind behelfen musste, weil ihr ein implizites Verstehen sozialer Interaktionen fehlt (Zahavi 2003). Ich habe jetzt sehr lang empirische Untersuchungen referiert. Vielleicht ist dabei vergessen gegangen, dass es uns ja um die Bedeutung der Spiegelneurone für die Balintarbeit geht. Ich denke, auch unter Balintgruppenleitern werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, die einen stützen sich eher auf eine Theory theory of mind. Andere verlassen sich eher auf eine Simulationstheorie. Für mich war das wichtig in der Auseinandersetzung mit dem Buch von Werner König: Die Leitung von Balintgruppen" (König 2004). Das Buch ist ein Leitfaden, eine völlig überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches von Werner Stucke. Es ist ein wertvoller Ratgeber für angehende Balintgruppenleiter und ich kann den Ausführungen weitgehend zustimmen. Werner König weist auch immer wieder darauf hin, dass Balintgruppen unterschiedlich geleitet werden können und dass jeder Balintgruppenleiter seinen eigenen Weg finden muss. Er weist auch wiederholt hin auf die Bedeutung der Gegenübertragung, auf das Arbeiten mit den eigenen Emotionen. Es gibt aber ein paar Aussagen im Buch, die meinen Widerspruch auslösen. Es sind Aussagen, die auf eine Theory theory of mind hinweisen. Werner König sieht die Balintgruppe in Parallele zu einer Einzeltherapie. Der Referent wäre dann in der Patientenrolle. Die Gruppenmitglieder reagieren emotional, mit ihrer Gegenübertragung, in der Therapeutenrolle. Der Balintgruppenleiter dagegen ist in einer Supervisorenrolle (S18). Der Supervisor bringt seine fachliche Kompetenz ein (S11). König sieht es als ein Versagen des Leiters in seiner Beobachterrolle, wenn sich sein Verhalten durch die Fallgeschichte deuten lässt (S75). Er legt grosses Gewicht auf die Hypothese des Leiters über die vorgestellte Geschichte, also auf eine Theorie. Dazu passt, dass er sich wiederholt skeptisch äussert über die Zusammenarbeit mit einem Co-Leiter, der sich nicht im Sinn dieser Hypothese äussert, der an einem andern Strang zieht (S89). Es wird oft auf Widerstände der Gruppenmitglieder hingewiesen. Es entsteht das Bild eines Leiters, der sehr aufmerksam ist, was aussen geschieht. Er erbringt eine grosse intellektuelle Leistung. Er strukturiert, schützt, hilft, stellt Hypothesen auf und vertritt sie. Mein Widerstand gegen die Sicht von König zum Beispiel bei der Co-Leitung kommt aus der Selbsterfahrung. Ich habe es als angehender Balintgruppenleiter erlebt, dass ein sehr bekannter Leiter so klare Hypothesen hatte, dass ich mich in einer Sitzung als Co-Leiter ungeheuer eingeengt gefühlt habe und kein einziges Wort zu sagen gewusst habe. Mit einem andern erfahrenen Leiter habe ich erlebt, dass er mir als Co-Leiter in einer Sitzung das Wort verboten hat. Ich habe dann nach einer Weile eine Parallele zwischen meinem Verstummen und dem Verstummen des Patienten in der Geschichte herstellen können. Das ist für das Verständnis der Fallgeschichte entscheidend wichtig gewesen. Auch der Leiter hat das so gesehen. Trotzdem ist die Beurteilung geblieben, ich hätte mich ungehörig verhalten. Ich habe ein anderes Ideal, ich verlasse mich eher auf eine Simulations-Theorie als Grundlage des Verstehens. Ein Buch ist mir eine grosse Hilfe geworden, mir über meine Vorstellung von Balintarbeit klar zu werden. Man kann Balintarbeit auffassen als ein Werkzeug, sich über etwas bewusst zu werden, das uns bis jetzt verborgen geblieben ist. Im Buch von Depraz, Varela und Vermersch mit dem Titel: On becoming aware" haben die Autoren versucht zu klären, wie es gelingt, sich über etwas Neues bewusst zu werden (Depraz 2002). Francisco Varela war ein Neurobiologe und Systemtheoretiker. Die beiden anderen Autoren sind Philosophen. Das Buch ist eine philosophische Untersuchung im Sinne der Phänomenologie von Husserl. Diese philosophische Richtung bemüht sich, sich von allen Vorurteilen und allem vermeintlichen Vorwissen zu befreien. Eine Hypothese, eine Theory, sollte also eher losgelassen werden, um sich einem Gegenstand zu nähern. Die Autoren haben die Gemeinsamkeiten von Methoden untersucht, die das Ziel haben, sich über Neues bewusst zu werden, unter anderem das Debriefing-Interview, die Psychoanalyse und eine buddhistische Meditationspraxis. Dabei haben sich Gemeinsamkeiten dieser Methoden gezeigt: Normalerweise bemühen wir uns um etwas, gehen gezielt auf etwas zu, wollen zupacken. Wenn wir uns aber über etwas Neues bewusst werden wollen, müssen wir zuerst loslassen, unsere bisherigen Urteile in der Schwebe halten und unser Denken nicht mehr nach Aussen, sondern nach Innen, auf unser Erleben, richten. Wir müssen fliessen lassen was kommt und uns überraschen lassen. Ein Beispiel des Bewusst-Werdens, das deutlich mit einem Aha-Erlebnis verbunden ist, ist das dreidimensionale Sehen eines zweidimensionalen Bildes. Vielleicht haben Sie diese Erfahrung auch gemacht. Es gibt Vorlagen, die man zuerst nur als zweidimensionale farbige Bilder sehen kann.
Optometrists Network: Magic Eye How to See 3D copyright 1995-2004 by Magic Eye, Inc.. All rights reserved. Wenn man dann vertraut auf die Mitteilung, dieses Bild könne man dreidimensional sehen und der Anleitung folgt, das Bild anders anzuschauen als gewohnt, entspannt, nicht fixierend, dann kann man nach einigem Probieren plötzlich ein dreidimensionales Bild sehen. Es ist aber die Ausnahme, dass man ein solches Sehen von etwas Neuem so rasch erlernen kann. Das Sich-bewusst-Werden ist meistens eine Arbeit, die wie in einer Berufslehre beim Ausüben gelernt und trainiert werden muss. Eine Psychoanalyse, eine buddhistische Meditationspraxis oder auch die Balintarbeit sind solche Berufslehren, solche Praxen. Das Beispiel der buddhistischen Meditationspraxis kann zeigen, dass das ein Lebensprogramm sein kann. In einem jahrelangen Rückzug von der Welt, einem Mönchstum, wird vor allem eine auf den Atem konzentrierte Meditation ausgeübt. Die Atmung dient als Hilfsmittel zu lernen, ganz aufmerksam zu sein, nichts anderes zu tun als hier zu sein, und gleichzeitig Distanz zu behalten, sich beim Tun zuzuschauen. Wenn das eingeübt ist, gelingt es dann auch, wieder in der Welt zu sein und diese Haltung immer beizubehalten. Also die Haltung, ganz intensiv bei dem zu sein, was ist, und sich gleichzeitig dabei zuzuschauen. In der Balintgruppe wird eine Geschichte, die ein Arzt mit einem Patienten erlebt hat, frei erzählt. Die anschliessende Diskussion in der Gruppe ist frei. Wir lassen also das Erzählen und das Denken darüber fliessen, lassen uns überraschen von der Geschichte und von den Reaktionen, die diese Geschichte bei den Teilnehmern auslöst. Alfred Drees hat eine Modifikationen der Balintarbeit vorgeschlagen, die erleichtern soll, nicht mehr zuzupacken, sondern sich nach innen, auf unser Erleben, auszurichten. Er schlägt für die Prismatischen Balintgruppen vor, dass die Gruppenteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf ihr Körpererleben richten und schauen, ob ihnen ein Bild für dieses Körpererleben auftaucht. Mir leuchtet im Anschluss an die Lektüre von On becoming aware" ein, in jeder Balintsitzung einerseits die Haltung anzustreben, ganz bei dem zu sein, was ist, bei der Geschichte, die präsentiert wird, sich möglichst in sie hinein zu versetzen, mit allen Gedanken und Gefühlen, die dabei aufkommen. Und anderseits die andere Haltung anzustreben, Distanz zu wahren, uns bei diesem Geschehen zuzuschauen. Es wird dann möglich, das Geschehen in Worte zu fassen, die Gedanken auszutauschen und zu verstehen als Aspekte der Geschichte. Es gelingt in einer Balintgruppe meistens, dass das Erzählen der Geschichte und die anschliessende freie Diskussion hilfreich sind, sodass der Vorstellende ein dichteres Bild eines Patienten und seiner Beziehung zu ihm erhält und sich wieder neu für den Patienten interessieren kann. Es gibt aber doch Unterschiede, wie stimmig, wie plastisch, wie intensiv mit wiedererlebten Gefühlen verbunden so ein Bild wird und wie sehr diese neue Bild mit einer Überraschung, einem Aha-Erlebnis verbunden ist. In der Balintgruppe wird das intensive Hineinversetzen in eine Geschichte erleichtert, wenn wir in der Gruppe selbst eine Geschichte, ein Theaterstück, erleben. Das eindrücklichste Aha, das ich in letzter Zeit erlebt habe, war in einem Leiterseminar am internationalen Balint-Kongress in Berlin. Das Seminar ist übrigens von Werner König und Hansjakob Schaeppi geleitet worden. Die Intensität der Geschichte, die sich in der Gruppe abspielte, hatte wohl auch zu tun mit einer gewissen Spannung zwischen Schweizern und Deutschen. In einer Sitzung ging es sehr um Vorwürfe und auch ich konnte einen Diskussionsbeitrag nur in Form eines Vorwurfs formulieren. Es ergab sich eine Diskussion über die Gewohnheit deutscher Leiter, einen Referenten nach Erzählen der Geschichte aus der Diskussion herauszunehmen, von uns vielleicht auch als Vorwurf formuliert, auf alle Fälle als Vorwurf gehört. Ein deutscher Kollege antwortete mit der vorwurfsvollen Forderung, wenn wir schon kritisierten, sollten wir Schweizer doch zeigen, wie wir leiten. Um mich davor nicht zu drücken, setzte ich mich in der nächsten Sitzung in den Inneren Kreis und wollte mich melden, die Leitung der Sitzung zu übernehmen. Vielleicht waren es auch nationale Unterschiede, dass ich dann zu langsam war, mich zu melden, und mir eine deutsche Kollegin zuvorkam. Ich habe dann eine junge Patientin vorgestellt, die an Schmerzen leidet, für die keine organische Ursache hat gefunden werden können. Die Patientin hat aber auch keine offensichtlichen psychischen Probleme. Ich habe die Geschichte vorgestellt, weil ich nicht verstanden habe, warum ich Angst vor den Sitzungen mit dieser Patientin hatte. In der Diskussion gab es Beiträge, die ich sehr stimmig fand, z.B. über Ohnmacht und Abwehr von Ohnmacht. In der Gruppe ist mir aber vor allem aufgefallen, dass ein paar männliche Teilnehmer viele Hypothesen aufstellt haben, ohne dass mir etwas eingeleuchtet hat. In der anschliessenden Diskussion über die Gruppensitzung habe ich dann gesagt, dass sich meine Gefühle von Ohnmacht über die ganze Sitzung nicht geändert hätten und ich mich von den aktiven Männern nicht verstanden gefühlt habe. Das hat mir den Vorwurf eingetragen, ich sei undankbar für den grossen Einsatz, den sie geleistet hätten. Ich weiss nicht mehr genau, wann das Aha-Erlebnis gekommen ist, auf alle Fälle zu spät, um es der Gruppe mitzuteilen. Ich habe plötzlich gesehen, dass sich die Patientin so unverstanden und ohnmächtig fühlen muss, wenn ich als Therapeut wegen der nicht offensichtlichen Probleme so zupackend jeden Stein umdrehe und jeden möglichen Hinweis auf ein Problem aufnehme. Ich ging dann mit viel Neugier und ohne Angst in die nächste Stunde und erlebte auch die Stunde ganz anders. Ich war offensichtlich jetzt einfach intensiv bemüht, mich einzufühlen, und nicht mehr in einem Kampf, eine Ursache ihrer Schmerzen finden zu müssen. Hilfreich in dieser Balintsitzung sind also nicht in erster Linie erhellende Theorien gewesen, sondern das Theaterstück in der Gruppe, das sich durch das engagierte Diskutieren entwickelt hatte, und das ein Aha-Erlebnis ausgelöst hat. Es ist in der Regel nicht das Problem, dass in einer Balintsitzung zuwenig Geschichten und zuwenig Gefühle aufkommen würden. Sehr viel schwieriger scheint mir die zweite notwendige Bedingung zum Bewusstwerden, das Sich-selbst-Zuschauen beim Erleben. Ich denke, dass es uns eher gelingt, uns beim Erleben selbst zuzuschauen, wenn wir bewusst eine Gruppensitzung wie ein Theater auffassen, dem wir zuschauen können. Es gibt im aufgeführten Theaterstück verschiedene Rollen. Jedermann ist aufgrund seiner Aufgabe in der Gruppe und seiner Vorgeschichte prädestiniert für gewisse Rollen und hat besonders feine Antennen zur Aufnahme bestimmter Motive. An Balinttagungen besteht eine zusätzliche Hilfe, sich beim Erleben zuzuschauen, weil sich Balintgruppensitzungen, solche Theaterstücke, folgen und angeschlagene Themen weiterbearbeitet werden können. Bei der Eröffnung einer Balint-Sitzung ist ja offen, wer was jetzt erzählt. Das ermöglicht, dass schon in die Auswahl der Geschichte Aspekte eingehen, die "in der Luft liegen", zum Beispiel Motive aus früheren Sitzungen. Wenn wir die einzelnen Fälle als Variationen und Entwicklungen eines Themas auffassen, ist das ein weiteres Hilfsmittel, Distanz zu gewinnen und unser Erleben nicht nur als etwas Privates zu sehen, sondern als Teil der Theaterstücke. In der Silser Balint-Studienwoche, die wenige Tage nach dem 11. September 2001 begonnen hat, ist so ein Leitmotiv wahrscheinlich für alle deutlich gewesen. Das Motiv der Gefährdung durch eine unberechenbare vernichtende Gefahr ist durch die ganze Woche gegangen. In einer Sitzung ist ein psychotischer Mörder eine solche Gefahr gewesen. Es ist in dieser Tagung immer wieder versucht worden, gewissermassen Lawinenverbauungen zu erstellen. Das hat sich nicht nur auf der Ebene der Fälle gezeigt, sondern auch in der Interaktion zwischen den Teilnehmern und den Leitern. Die Leiter haben ganz besonders das Bedürfnis gehabt, für klare Regeln zu sorgen, zum Beispiel für eine klare Aufgabe der Abenddiskussion oder für klare Regeln bezüglich der Einteilung der Kleingruppen. Ich habe wiederholt den Eindruck gehabt, dass der Einführungsvortrag der Tagung ein Motiv angeschlagen hat, das dann im Verlauf der Tagung variiert worden ist. 2003 habe ich dann die Geschäftsleitung der Silser Balint-Studienwoche übernommen und habe seither versucht, meine Theorie von Balintarbeit zu vertreten. Zweimal habe ich darauf den Eindruck gehabt, dass diese gute Absicht einen Einfluss auf die Tagungen gehabt hat. Ich möchte nun anhand einer Tagung solche Motivstränge aufzeigen und so zeigen, wie sehr wir in Inszenierungen hineingezogen werden. Ich sehe hier auch einen Zusammenhang mit dem Thema der Spiegelneurone und der Simulationstheorie. Ähnlich wie wir weniger dank einer Theory theory of mind unser Gegenüber verstehen, sondern dank einem Mitschwingen, reagieren wir wohl in der Gruppe viel weniger auf die bewusste und formulierte Absicht bei Interventionen, sondern viel mehr auf den Beziehungsaspekt einer Intervention. Ich nehme an, das gilt für gute Absichten wie die von Werner König, der grosses Gewicht auf Strukturieren legt, wie für meine guten Absichten, wenn ich mir freie Entfaltung wünsche. Aus zeitlichen Gründen und Diskretion kann ich nur thematisch zusammenfassen und nicht chronologisch erzählen. Es ist in dieser Woche ein Motiv angeschlagen worden, das man formulieren könnte als: eine Türe ist geschlossen geblieben, es ist etwas nicht möglich geworden. Es sind zwei Ursachen der geschlossenen Türe deutlich geworden: erstens dass versucht wurde, vermeintliche Erwartungen zu erfüllen, statt sich nach seinen eigenen Wünschen zu richten. Und zweitens: die Einengung durch symbiotisch-erstickende Frauen bei fehlenden oder verteufelten Männern. Schon im Einführungsvortrag hat die Referentin nicht gemäss ihrem Wunsch einen literarischen Vortrag z.B. über Harry Potter gehalten, sondern einen politisch korrekten Vortrag über Balintarbeit. In der ersten Grossgruppe habe ich dann eine Bemerkung gemacht über einen fehlenden Dialog zwischen Gruppe und Referent. In der nächsten Sitzung der Kleingruppe hat der Referent nach jeder Äusserung eines Gruppenmitglieds das Wort ergriffen. Er hat es ausdrücklich damit erklärt, dass ich am Morgen auf einen fehlenden Dialog hingewiesen habe. Er hat also meine vermeintliche Erwartung erfüllen wollen. Das Motiv hat sich auch in seiner Erzählung gezeigt. Er hat von einer Alkoholikerin erzählt, die scheinbar grosse Fortschritte gemacht hatte. Die Patientin hat aber nur seine Erwartungen erfüllt, eine gute Psychotherapie-Patientin zu sein. Sie hat eine Fassade gezeigt, ist aber in ihrer Wohnung grässlich verwahrlost. Das Motiv, Erwartungen zu erfüllen, ist durch die ganze Woche gegangen. Noch in der letzten Grossgruppensitzung der Woche hat sich die Referentin nie geäussert, ausser wenn sie vom Leiter aufgefordert worden ist. Und ein Gruppenmitglied hat sich erschrocken zurückgenommen, als sie spontan etwas hatte sagen wollen, wie wenn das verboten wäre. Das Motiv hat sich auch im Leiterteam gezeigt. Nur weil ein Leiter eine Frage gestellt hat, hat sich eine Leiterin verpflichtet gefühlt, den Frager als Co-Leiter für die nächste Grossgruppe zu wählen, und hat nicht die Person gewählt, die sie sich gewünscht hätte. Meine Co-Leiterin in der Kleingruppe hat wiederholt behauptet, sie dürfe nicht leiten, wie sie es sich gewohnt sei, sie müsse sich nach unseren Vorschriften richten, obwohl ich gar keine Vorschriften gemacht habe. Das Motiv hat sich auch zwischen Teilnehmern und Leitern gezeigt. In der letzten Abenddiskussion ist behauptet worden, es bestehe die Regel, dass frühere Co-Leiter sich in den Grossgruppen nicht beteiligen dürften, was mir ganz neu gewesen ist. Verständlicherweise ist das verbunden gewesen mit einem Gefühl der Einengung, dass etwas nicht möglich ist, dass sich eine Türe nicht öffnet. Ich habe schon den Einführungsvortrag so erlebt, dass etwas nicht zustande kommt, was ich erwartet habe. In einer Kleingruppe Anfangs Woche hat eine Referentin von einer Therapie erzählt, in der sie erfolglos unablässig an einem Deckel zerrt und auch nicht im Sinn hat, das aufzugeben. Die Einengung hat oft die äussere Form gehabt, dass Referenten aus der Diskussion ausgeschlossen worden sind. Ein Leiter hat das in einer Grossgruppe strikt durchgesetzt, auch wenn sich die Referenten in die Diskussion haben einbringen wollen. Das war so in einer Sitzung über eine Patientin mit einer Leukämie mit einer unsicheren Prognose. Im Aussenkreis hat dann ein Mann einen Weinanfall gehabt. Zu mir hat der Teilnehmer in der Pause die Bemerkung gemacht, dass es für ihn unerträglich gewesen sei, dass etwas nicht möglich gewesen sei. Ebenfalls in der Pause hat es in der Damentoilette heftiges Weinen gegeben. Einerseits von meiner Frau, die sich als Betroffene einer Krebserkrankung mit Chemotherapie verzweifelt empört hat: die (im Innenkreis) haben ja keine Ahnung". Eine andere Teilnehmerin ist in ein verzweifeltes Weinen geraten durch die Erinnerung daran, dass ihre Mutter an einer Krebserkrankung und mit ihr unversöhnt gestorben war. Also wieder das Motiv der Verzweiflung, weil etwas nicht möglich geworden ist. In der nächsten Sitzung hat ein Referent seine Schilderung einer Beziehung zu einem 12-jährigen Mädchen mit Schlafstörung eingeleitet mit der Klage, dass sich eine Türe nicht habe öffnen lassen. Ich habe mich in dieser Sitzung sehr beengt gefühlt, indem ich es nicht mehr gewagt habe, Frauen anzuschauen, vor allem nicht jüngere hübsche. In einer Kleingruppe hat eine Psychologin von einer türkischen Frau berichtet, die in der Schweiz aufgewachsen ist und hätte Coiffeuse werden wollen. Sie war aber mit 15 Jahren in der Türkei zwangsverheiratet worden. Sie lebt seither mit diesem Mann in der Schweiz. Sie muss ein doppeltes Kopftuch tragen, bei dem man gar keine Haare sieht. Sie ist vom Mann geschlagen worden, als sie sich einmal hat wehren wollen. Sie ist jetzt seit Jahren depressiv und in der Diskussion ist das Bild entstanden, dass sie keinen Ausweg hat ausser der Krankheit. Am folgenden Tag hat die Referentin berichtet, sie habe sich in dieser Sitzung zwischen den beiden Männern der Gruppe wie zwischen Mauern gefühlt. In einer Grossgruppe hat eine Psychologin von einer Therapie in einer Psychotherapiestation erzählt. Ihre Patientin klagt, sie fühle sich von der Psychologin nicht verstanden. Sie drängt auf einen Therapeutenwechsel, was in dieser Institution nicht vorgesehen ist. Sie ist sehr drängend, mit Drohungen, die Institution zu verlassen, mit Suicidgedanken, averbal mit einer Zeichnung, in der sie am Ertrinken ist. In der Diskussion ist beiläufig aufgekommen, dass sich die Patientin schon von ihrer Mutter nie verstanden gefühlt habe. Die Aussengruppe hat zum Teil auch averbal reagiert, ein Teilnehmer mit einem sehr lauten Urschrei als Illustration der Not der Patientin, ein Teilnehmer, indem er eine Zeichnung von einem Rettungsring in den Innenkreis gelegt hat. Ich habe sehr unter all den geschlossenen Türen gelitten und unter der Erwartung, mit meinen Kollegen im Leiterteam nicht in sinnvoller Art darüber sprechen zu können. Ich habe jeweils die Leiterdiskussionen geleitet. Mitte Woche haben wir in 60 Minuten vier Sitzungen besprechen müssen. Ich habe mich dann darauf beschränkt, die Diskussionen jeweils nach ganz genau 15 Minuten abzubrechen. Dieses Einengen hat zwar sehr zu unserem Thema gepasst, es hat aber nur intensiven Ärger ausgelöst. Eine Kollegin hat später den Verlauf der Woche ganz dramatisch geschildert. Sie hat im Lauf der Woche zunehmend den Eindruck gehabt, man könne seine Meinung nicht sagen ohne Angst, "in der Luft zerrissen" zu werden. Sie hat das eindeutig mir zur Last gelegt. Sie habe sich schon seit vielen Jahren durch meinen Enthusiasmus unter Druck gefühlt, wie wenn sie die Dynamik der Tagungen ähnlich sehen müsste wie ich. Und sie hat an dieser Tagung den Druck als unerträglich stark erlebt. Und ich habe auch den Eindruck bekommen, dass keine Türe aufgeht, dass ich keine Chance habe, dass meine Vorstellung von Balintarbeit verstanden würde. Das Motiv der fehlenden oder verteufelten Männer und der symbiotisch-erstickenden Frauen hat sich zuerst deutlich gezeigt in der Geschichte einer Powerfrau". Sie pflegt selbst ihre zwei behinderten Kinder. Die beiden sind schon in der Adoleszenz und können beide weder gehen noch sprechen. Man hat keine Ursache der Behinderung feststellen können und man sieht den Kindern die Behinderung nicht an. Die Frau steht immer in Konflikten, sie fühlt sich als Mobbingopfer, und sie entwertet ihren Mann und ihren Freund. Eine Kinderpsychologin mit viel Erfahrung mit schwer autistischen Kindern hat die Vermutung geäussert, dass diese Frau mit einer pathologisch symbiotischen Beziehung zu den Kindern deren Entwicklung verhindert habe. In einem Fall ist auffällig gewesen, wie viele Lücken es in der Schilderung des Referenten gegeben hat. Der Referent hat dann in der Diskussion alles nachgeliefert. Nur die Lücke des Mannes der Patientin, der in der Geschichte überhaupt nicht aufgetaucht ist, ist nicht ergänzt worden. In der nächsten Sitzung ist von einem 18-jhrigen Mädchen erzählt worden, das dauernd wegen Schwindel und Kopfschmerzen Arbeitsabsenzen hat, was ihre Lehrstelle gefährdet. Bevor die Referentin darauf bestanden hatte, ist die Patientin nie allein, sonder immer mit der Mutter gekommen. Und die Mutter hat alle Fragen an die Patientin gleich selbst beantwortet. Die Mutter ist allein erziehend. In der Geschichte kommt kein Mann vor ausser dem Lehrmeister, der vernünftige klare Regeln durchgibt. Er wird von der Mutter und der Tochter aber fast paranoid als Feind geschildert. In der Geschichte der türkischen Frau, die keinen Ausweg hat ausser der Krankheit, ist der Mann nur in negativer Art erschienen. Der Gedanke, den Ehemann einzubeziehen, ist sofort verworfen worden, bis zur Phantasie, der Psychologin und ihrer Familie drohe Gefahr von den Türken. Das Motiv der Einengung, zum Teil durch das Erfüllen von Erwartungen, zum Teil durch überfürsorgliche Mütter, hat sich so immer wieder gezeigt. Wenn ich hier nur Motive aufzähle, tönt das wahrscheinlich auch sehr beengend. Vor allem die freien Diskussionen in der Grossgruppe haben mir aber deutlich gemacht, dass wir in einer fruchtbaren Entwicklung gewesen sind, Einsichten gewonnen haben. In der Schlussdiskussion mit den Teilnehmern ist denn auch das Leiterteam in konstruktiver Art kritisiert worden. Verschiedene Teilnehmer haben davon gesprochen, dass die jetzigen Leiter nicht so autoritär seien wie die früheren. Und es ist die Deutung aufgekommen, dass das Fehlen klarer Regeln auch Angst mache. Dass das Fehlen klarer Regeln dazu führe, dass man sich an vermeintliche Regeln klammere, die strenger sind als explizite Regeln. Und von diesen phantasierten Regeln fühle man sich dann sehr eingeengt. Es ist also fruchtbare Balintarbeit geleistet worden, die zu besserem Verständnis der Arzt-Patient-Beziehungen geführt hat und zu besserem Verständnis der Gruppendynamik der Tagung. Daneben ist aber auch etwas unaufgelöst geblieben, das vielleicht zusammenhängt mit dem Motiv der Doppelgänger, das gegen Ende Woche aufgetreten ist. Ein Referent hat seinen Patienten ausdrücklich als Doppelgänger bezeichnet. Der Patient ist ein Clochard, ein jetzt trockener Alkoholiker, ein Urviech", und spielt in der Gruppentherapie Co-Therapeut. Der Therapeut ist halb fasziniert, halb möchte er den Patienten loswerden. In auffallender Weise ist dann in der Diskussion der Therapeut sehr infrage gestellt worden, fast wie wenn er selbst ein Alkoholiker sein könnte oder sonst Therapie brauchen würde. Die nächste Grossgruppe war die Geschichte der Patientin, die einen Therapeutenwechsel verlangt hat. Die Referentin hat sehr deutlich von ihrem eigenen Schmerz dabei gesprochen und ist dann von der Gruppe ähnlich pathologisiert worden. Auch in der letzten Kleingruppe hat ein Referent von einem Doppelgänger erzählt. In der Schlussdiskussion des Leiterteams habe ich eine Diskussion über die Zusammenarbeit im Leiterteam provoziert. Ich habe meine Verzweiflung über die geschlossenen Türen und mein Interesse am Doppelgängermotiv geäussert. Ich könne mir gut vorstellen, dass ich so heftig auf geschlossene Türen, auf einengende Strukturen reagiere, weil ich meinen Doppelgänger ablehne. (Erst nachträglich ist mir klar geworden, wie recht ich damit hatte, dass man mich ja wirklich als jemanden erleben kann, der die andern unter Druck setzt und einengt). Ich habe mich aber auch interessiert, wie denn die Kollegen die gleichen Sitzungen so ganz anders erleben konnten. Zum Teil ist darauf auch mit einer Pathologisierung von mir reagiert worden. Eine Kollegin hat etwas vorwurfsvoll gemeint, sie könne mir nicht helfen. Ein Kollege und später meine Frau haben gemeint, ich sei einfach in einem Rivalisieren mit diesem Kollegen. Ich habe dann für mich die Folgerung gezogen, ich müsste das Ziel aufgeben, etwas bewirken zu wollen. Das war zuerst sicher auch resignativ. In der folgenden Tagung habe ich meine Einstellungsänderung mit einer äusseren Massnahme dokumentiert, ich habe auf die Leitung der Leiterdiskussionen verzichtet. In den Fallgeschichten ist es dann immer um nicht zustande gekommene oder abgebrochene Beziehungen gegangen. Aber im Leiterteam haben wir alle den Eindruck einer schönen Zusammenarbeit gehabt. Ich denke, dieser Teil meines Vortrags hat sehr deutlich gemacht, wie intensiv wir bei Balintarbeit miterleben oder mitgerissen werden. Einmal hat ein Teilnehmer in einer Schlussdiskussion vorgeschlagen, wir müssten in der Werbung warnen: Balintarbeit kann ihre seelische Stabilität beeinträchtigen." Und es wird deutlich, wie schwierig es ist, nicht stehen zu bleiben beim Eindruck, z.B. Verbote, Forderungen oder Einengungen seien nur draussen, Eigenschaften einer objektiven Realität und müssten bekämpft werden. Für das Verstehen von Fallgeschichten können wir solche Erlebnisse erst fruchtbar machen, wenn wir uns klar werden, dass es unser Inneres ist, das etwas wahrnimmt, sodass für uns ein Bild entsteht. Erst dann können wir auch neugierig sein auf andere Bilder und auf Zusammenhänge mit Fallgeschichten. Mir hat wieder ein Buch geholfen beim Übergang vom vorwurfsvoll-resignativen Gedanken an Rückzug zum Akzeptieren unterschiedlicher Standpunkte. Es ist das Buch von Bernhard Pörksen: Die Gewissheit der Ungewissheit (Pörksen, 2002). Das Buch besteht aus Gesprächen zum Konstruktivismus, und die Gesprächspartner von Bernhard Pörksen sind z.B. Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Humberto Maturana, nochmals Francisco Varela und viele andere. Viele dieser Konstruktivisten der ersten Stunde haben eine interessante Geschichte. Sie haben unter Diktaturen gelebt und haben die Einengung und Bedrohung in der Diktatur erlebt. Und sie haben erlebt, wie unterschiedlich die Welt aussieht, wenn man in ein anderes Sprachgebiet zieht oder wenn man von aussen in ein neues Wissensgebiet kommt. Ich habe das Buch als sehr befreiend erlebt. Ich will versuchen, einige Gedanken daraus auf meinen Vortrag anzuwenden. Maturana und Varela sind auch Biologen und haben naturwissenschaftliche Untersuchungen angestellt, wie Wahrnehmung funktioniert, z.B. das Sehen.
Natur und Kosmos 04/2007 Hier ein Beispiel, nicht von Varela. Die Blütenblätter der Margerite sind für uns nur weiss. Im UV-Licht und für das Insektenauge zeigen sich Muster, die wir nicht sehen. Wer sieht jetzt die Margerite richtig"? Es ist klar, dass es kein richtig und falsch gibt. Varela formuliert es so: aufgrund unserer Struktur bilden sich in der Begegnung mit der Welt Muster heraus. Wir bezeichnen so ein Muster dann z.B. als weiss. Zuerst muss ein regelmässiges Muster entstanden sein, das wir dann für eine Eigenschaft einer vermeintlich von uns unabhängigen Welt halten. Wenn wir etwas nur aufgrund unserer Struktur so und nicht anders sehen, dann wird klar, dass verschiedene Sichtweisen gleichermassen wahr sind. Das gilt nicht nur für das Sehen, sondern für jede Wahrnehmung der Welt. Heinz von Foerster formuliert: Jede Beobachtung setzt mit einem Akt der Unterscheidung ein, z.B. nach gut und böse oder bei meinem Thema vielleicht nach einengend und befreiend. Und wir vergessen, dass sich die Unterscheidungen nicht in der Welt befinden, nicht Eigenschaften der Dinge sind, sondern Eigenschaften der Beobachtung. Er sagt: Objektivität ist die Wahnvorstellung, Beobachtungen könnten ohne Beobachter gemacht werden. Varela sagt sogar: wenn wir zurückverfolgen, was wir unternommen haben, um die Welt in einem bestimmten So-Sein zu finden, dann finden wir kaum mehr als das Spiegelbild unserer selbst in der Welt und als Welt. Das erinnert mich sehr an das Doppelgängermotiv. Ich finde es spannend zu sehen, dass ich in meinem Vortrag das Thema Balintarbeit beginne mit meinen Erinnerungen an Einengungen durch Balintleiter, und dass dann bei der Schilderung dieser Balintwoche eine ganze Welt von Einengung, von geschlossenen Türen entsteht. Wenn man ernst nimmt, dass alles, was gesagt wird, von einem Beobachter gesagt wird (Maturana), dann kann man nicht mehr sagen, es ist so und so", sondern müsste sagen, ich finde dass ". Das gelingt mir im Vortrag auch nur bedingt. Ich sage ja sehr oft, es ist so und so und gebe z.B. an, das sei ja auf den Bildern sichtbar. Maturana sagt, dass Wahrheit und Realität häufig Gewaltmotive seien, wenn die Meinung besteht, Wahrheit und Realität seien etwas, das extern sei und von einem Beobachter unabhängig. Auch mir passiert etwas ähnliches. Wenn ich überzeugen will, dass die Simulationstheorie richtig und die Theory theory of mind falsch sei, dann gerate ich in Gefahr, Gewalt anzuwenden, z.B. in der Verteufelung, andere Standpunkte gehörten in die Nähe einer Behinderung wie dem Autismus. Ich erlebe es aber auch als Gewalt, wenn mein Standpunkt nicht ernst genommen wird, sondern meine Wahrnehmung weggeschoben wird als nur Ausdruck meiner Pathologie. Ich habe das Buch als so befreiend erlebt, weil Konflikt und Kampf, was richtig ist, an Bedeutung verlieren. Es entsteht statt dessen ein Panorama der Koexistenz, ein dialogischer Raum. Es besteht nicht mehr eine absolute Realität, die uns ihre Gesetze diktiert. Ich würde gerne in dieser Haltung Balintarbeit machen. Und wir würden uns freuen, sie in Sils begrüssen zu dürfen. Sie können sich dann beteiligen, so einen dialogischen Raum zu schaffen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
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